Bundesbank-Chef Weber warnt vor zu tiefem EZB-Leitzinssatz
admin am 15. April 2009
Die Europäische Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die Krise: Der Leitzinssatz befindet sich momentan bei 1,25 Prozent und somit auf einem historischen Tief, wie „SPIEGEL Online“ schreibt. Trotzdem gebe es Potential für weitere Senkungen, sagt Bundesbank-Chef Weber gegenüber dem Nachrichtenmagazin. Da brauche es aber das nötige Fingerspitzengefühl: Sollte der Zinssatz unter ein Prozent fallen, könnte dies zu Problemen führen. Dann drohe nämlich die Gefahr, dass sich private Banken untereinander gar kein Geld mehr leihen, da das Ausleihen überschüssiger Liquidität praktisch nicht mehr vergütet werde, befürchtet Weber. Die Folge wäre der Kollaps des privaten Interbankenmarkt, zitiert ihn „SPIEGEL Online“.
Für Weber, der auch im Rat der Europäischen Zentralbank sitzt, sind die Prioriäten klar verteilt: Er hält primär Maßnahmen wie verlängerte Laufzeiten der Liquiditätsversorgung für notwendig. Direkte Eingriffe in den Kapitalmarkt sollten dagegen hinten anstehen, erklärt der Bundesbank-Chef.
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